Aktuell
Sozialverband Deutschland
Januar 2012 Ortsverband Tangstedt
Bestimmt wäre es zu Beginn eines neuen Jahres angenehmer, aus der sozialpolitischen Landschaft Erfreuliches zu berichten. Hat doch immerhin der Sozialverband Schleswig-Holstein in den vergangenen vier Jahren in über 6000 Verfahren vor den Sozialgerichten, in zahllosen Antrags- und Widerspruchsverfahren fast 28 Millionen Euro für seine Mitglieder erwirken können. So sehr diese Summe auch erfreulich klingen mag, spiegelt sie doch letztlich leider weitgehend die berechtigten Ängste, Zweifel und Unsicherheiten der betroffenen Mitglieder wieder, die nur durch die Hilfe des SoVD zu ihrem Recht kommen konnten.
Wir Menschen sind nicht alle gleich, aber wir haben ein Recht auf gleiche Behandlung. Diese Selbstverständlichkeit spiegelt sich meiner Meinung nach in der sozialen Sicherung in Deutschland nicht wieder. Der Verlust von Werten und Inhalten ist in allen Bereichen von Politik, Justiz und Wirtschaft ersichtlich. Und leider ist die Justiz mit eine tragende Säule dieser Entwicklung geworden. Natürlich weiß ich, dass im Sozialrecht jegliche Rechtsprechung immer nur auf den individuellen Einzelfall Anwendung finden kann (bei dem einem Fall wird der Klage stattgegeben, bei dem anderen -weil minimal anders gelagert- wird die Klage abgewiesen). Die generelle Rechtsprechung in den Sozialsystemen jedoch ist voller Ungleichheit und es fehlt weiter an mehr Gerechtigkeit, sonst hätte gewiss auch die oben erwähnte Summe so nicht zustande kommen können.
Als ein Beispiel nenne ich hier nur die Rente mit 67. Mit dem 1. Januar hat der stufenweise Einstieg in die Rente mit 67 begonnen - und zwar für alle, die 1947 geboren wurden und somit im Laufe des Jahres 65 werden. Sie müssen einen Monat länger arbeiten, um eine abschlagfreie Rente zu bekommen.
Die Rente mit 67 war und ist ein Rentenkürzungsprogramm. Warum nur ist niemand bereit das zu sagen und laut auszusprechen? Wo gibt es denn Jobs die man bis 67 machen kann? Ein paar Anwälte, Ärzte und Bänker, ein paar Verwaltungsjobs, aber wo denn im Handwerk, oder in der verarbeitenden Industrie? Wer 40 Arbeitsjahre (incl. der Ausbildungszeiten) auf dem "Buckel" hat, muss abschlagsfrei in Rente gehen dürfen, aber nicht müssen. Das sollte das Ziel unserer (früher mal sozialen) Marktwirtschaft sein. Hier ist ein gesetzlicher Rahmen mit mehr Flexibilität angebracht. Unterschiedliche Berufe und Belastungen müssen im Rentensystem einfach mehr Berücksichtigung finden (übrigens ein weites Betätigungsfeld für zumindest die Sozialdemokratischen Parteien wieder zu ihren Wurzeln finden zu können).
Ein Arbeitnehmer, der gemäß der staatlich auferlegten Anforderungen (egal welcher Regierung) handelte und diese erfüllte, kann im Rentenalter selbstverständlich von seinem Staat erwarten, dass dieser den Anforderungen ebenfalls lückenlos gerecht wird. Sollte hier für den Staat die einzig sichtbare Alternative sein, dass Rentenalter anzuheben und im gleichen Zug dadurch die Renten kontinuierlich zu kürzen, dann hat nicht der Arbeitnehmer, dann hat schlicht der Staat versagt.
Es werden zig Milliarden generiert, um Banken zu retten, zig weitere Milliarden, um das europäische Währungsprinzip zu retten...es ist wahrlich schwer nachvollziehbar, warum ausgerechnet durch den bis dato normalen Einstieg in die Rente, ein finanzielles Desaster auf Deutschland zurollen sollte.
Gustav Radbruch, einer der einflussreichsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts definierte Gesetze als Werte aus Gemeinnutz, Rechtssicherheit und Gerechtigkeit. Und er forderte, dass sich im Bewusstsein der Juristen tief einprägen müsse, dass es Gesetze geben kann mit einem solchen Maße von Ungerechtigkeit und Gemeinschädlichkeit, dass ihnen die Geltung, ja der Rechtscharakter abgesprochen werden muss (siehe Radbruchs Aufsatz "Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht"). Wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, verleugnet wird, da entbehrt das Gesetz der Rechtsnatur und hat der Gerechtigkeit zu weichen.
Winfried Wickler
-Vorsitzender-
Rundschreiben
an die Ortsverbände, den Kreisvorstand und die Revisoren
Liebe Ehrenamtliche!
Die Pflegereform und das Thema über die Diskrepanz von Arm und Reich waren u.a. Be-stand der 19. Bundesverbandstagung des SoVD Deutschland in Berlin Anfang November. Die rund 200 Delegierten verabschiedeten die Resolution "Solidarisch denken - sozial handeln" bei der gegen rücksichtlosen Egoismus vorgegangen werden soll. Auf Rettungspakete für Banken in unvorstellbaren Größenordnungen folgten hierzulande Kürzungspakete mit großen Einschnitten bei den Sozialsystemen - sozial unausgewogen und ungerecht. Die betroffenen Menschen müssen damit neben der Bedrohung in ihrer wirtschaftlichen Existenz ein zweites Mal bezahlen - für eine Krise, die sie nicht verursacht haben (die Resolution ist unter www.sovd.de im Internet abrufbar). Mit überwältigender Mehrheit wurde Adolf Bauer für weitere 4 Jahre als SoVD-Präsident im Amt bestätigt. Dabei wurde auch Gerhard Renner, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes von Schleswig-Holstein, neu in das Amt des Vizepräsidenten gewählt. Ein kleines Statement zu seiner Wahl ist auf SoVD-TV zu sehen.
Eine deutliche Entlastung und Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen lässt weiterhin auf sich warten. Die vom SoVD Deutschland geforderte und von der Bundesregierung versprochene Pflegereform tritt auf der Stelle. "Über 1 Million Bürger werden ohne professionelle Unterstützung gepflegt." und "Die Bundesregierung darf den dringenden Handlungsbedarf nicht länger vertagen und muss die versprochene Reform rasch in Angriff nehmen", erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Es ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, ein friedliches, soziales und solidarisches Zusammenleben der Menschen zu gewährleisten. Der SoVD ist diesem Ziel verpflichtet und wird sich weiterhin für Solidarität und ein Höchstmaß an sozialer Gerechtigkeit einsetzen. Die sozialen Kürzungsmaßnahmen haben dazu beigetragen, die Kluft zwischen Arm und Reich weiter zu vertiefen und das Auseinanderfallen der Gesellschaft zu beschleunigen. Eine solche Gesellschaft, in der Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, müssen wir verändern. Wir wollen Ungerechtigkeiten und Verteilungskonflikte in der Gesellschaft auffinden, transparent machen und bekämpfen. Wir wollen einen sozialen Staat, der gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und die Schwachen schützt. Denn nur ein starker Sozialstaat gewährleistet den Menschen Würde, Sicherheit und Wohlstand und ermöglicht dem Einzelnen die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.
Der SoVD hat bundesweit 560.000 Mitglieder und im Kreisverband Stormarn konnte im September das 7.000 Mitglied begrüßt werden. Man kann es nicht häufig genug sagen: Diese Zahl begründet sich nicht nur auf einer sozialen Schieflage, sondern auch aus der hervorragenden Arbeit an der Basis und ist mit ein Gradmesser dafür, wie lebendig unser Verband ist. Mit ganz viel Begeisterung, menschlicher Wärme und kaum zu bremsenden Tatendrang sind Sie, liebe Ehrenamtliche, für unsere Mitglieder da, an dieser Stelle dafür ein ganz herzlichen Danke.
Der Zusammenhang von sozialer Inklusion und kulturellen Aktivitäten zeigt hier weiterhin Erfolg. Sie alle bringen Ihre Werte, Ideen, Geschichten, Ihre Aktivität, Ihr Engagement und auch Ihre Probleme mit. Sie bringen sich mit Herz und Verstand ein.
Ein Mitglied gibt aber nicht nur, sondern erwartet immer auch etwas von seinem Verband. Und umgekehrt gilt ebenso: Eine Mitgliedschaft bedeutet neben Rechten auch immer Pflichten. Bei sämtlichen persönlichen Erwartungen bleibt ein grundsätzlicher Anspruch an alle Mitglieder, den ehrenamtlich und hauptamtlich Aktiven unseres Verbandes: Die Ziele des SoVD solidarisch zu unterstützen. Das bedeutet über die persönlichen Motive und Nutzen hinaus nachhaltig den Menschen die Hilfe zu leisten, die sie benötigen.
Dieses Leitmotiv hat unseren Verband seit seiner Gründung unter sich ändernden sozialen und politischen Entwicklungen bis in die Gegenwart geprägt. Die soziale Situation heute ist nicht mit der zur Gründungszeit zu vergleichen. Aber sie wird zunehmend schwieriger. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit wächst. Zugleich werden immer mehr Menschen von sozialer Isolation bedroht. Gerade jetzt brauchen wir unseren Sozialverband als aktive, offene und vorausschauende Gemeinschaft. Dafür brauchen wir Sie alle, brauchen wir den Einsatz jedes Mitgliedes. Jeder von Ihnen kann auf seine Art dazu beitragen, dass der Sozialverband weiter Menschen helfen kann, die diese Hilfe brauchen. Wichtig ist, dass das einzelne Mitglied und die Gemeinschaft aller Mitglieder im Dialog bleiben und Sie sich aktiv einbringen und äußern.
Ebenso erfolgreich zeigt sich die Arbeit unserer Kreisgeschäftsstelle. In diesem Jahr wurden bis Ende Oktober rund 560 Antrags- und Widerspruchsverfahren bearbeitet und dabei rund 430.000 Euro für unsere Mitglieder erwirkt. Die rund 1.330 Besucher erfahren nicht nur eine exzellente Beratung, sondern auch eine sehr herzliche Betreuung.
Zu den Topthemen in 2012 gehören u.a. die anstehenden Wahlen der Ortsverbandsvor-stände und die Gründung der SoVD-Jugend im Kreis Stormarn. Beides packen wir beherzt an.
Unser nächstes Treffen ist in Siek zur Gesamtvorstandsitzung am 08.02.2012 um 17.00 Uhr.
Unsere Kreisgeschäftsstelle bleibt zwischen den Jahren geschlossen. In dringenden Fällen ist die Kreisvorsitzende unter der Tel. 04532-4643 zu erreichen.
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Mit freundlichen Grüßen
Anja Lauschke
stellv. Kreisvorsitzende
Einige Anmerkungen zur Pflegeversicherung
Sozialverband Deutschland
Ortsverband Tangstedt 12.11.2011
Ein "Jahr der Pflege" hatte die schwarz-gelbe Regierung ausgerufen und gerade in diesem "Jahr der Pflege" droht eine regelrechte Pflegepleite mit spürbaren Folgen für die Betroffenen. Innenpolitisch steht Frau Merkel vor einer Brache und war doch einmal angetreten, das Land durchzuregieren. Und nun wird auch das neue Konzept zur Reform der Pflegeversicherung von vielen eine "Kapitulation vor den demografischen Herausforderungen" genannt. Philipp Rösler hat, als er noch Gesundheitsminister war, 2011 zum Jahr der Pflege gekürt. Im Zuge dessen wollte er die pflegenden Familienmitglieder aus dem Schatten der Gesellschaft holen. Seine Versprechen: Bürokratische Abläufe sollten einfacher werden, Pflegezeiten stärker bei der Rente berücksichtigt werden, Angehörige sollten Auszeiten nach dem Prinzip der Mutter-Kind-Kuren bekommen. Sein Nachfolger und Parteikollege Daniel Bahr hat Röslers freundliche Absichten netter Weise bekräftigt, mehr aber nicht. Damit hat sich die Verdachtsdiagnose "Lange-Bank-Syndrom" leider bestätigt.
Die pflegenden Angehörigen sind Deutschlands größter Pflegedienst, ohne sie würden schon jetzt 3,2 Millionen Vollzeitpflegekräfte fehlen. Für den Staat sind sie eine gigantische finanzielle Entlastung. Sie leisten für rd. vier Millionen Menschen körperliche und seelische Schwerstarbeit, die selten angemessen gewürdigt wird. Sie stehen in einem toten Winkel der Gesellschaft. Dazu kommt, dass von denen, die zu Hause gepflegt werden, 2,5 Millionen, darunter auch viele Demenzkranke, keine Pflegestufe haben und so auch kein Pflegegeld aus der Pflegeversicherung erhalten. Ohne Pflegestufe gibt es für die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken keine Anrechnung von Rentenanwartschaften und auch keine Entlastungsangebote wie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Es ist ein Skandal der wütend macht, dass sich im ausgerufenen Jahr der Pflege 2011 die Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen nicht im Geringsten verbessert hat, dabei ist gute Pflege ist ein Gebot der Menschenwürde und diese kann doch wohl nicht unter Kostenvorbehalt stehen. Das Recht auf gute Pflege darf keinesfalls von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängen! Pflegebedürftige und deren Angehörige brauchen mehr Anerkennung, Wertschätzung und mehr finanzielle Sicherheit! Pflege darf nicht in die Armut führen! Die Stärke eines Landes misst sich am Wohl der Schwächsten. Und Pflegebedürftige zählen zu den Schwächsten.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat angekündigt, an seinen Plänen festzuhalten und die Pflegeversicherung um eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung zu erweitern. Aber diese verpflichtende private Pflegezusatzversicherung können sich längst nicht alle Versicherten leisten! Insbesondere Ältere und Menschen mit Behinderung wären benachteiligt, denn je älter und kränker, desto höher wären die Beiträge, die monatlich zu zahlen wären. In meinen Augen ist es komplett unverständlich, gefährlich und realitätsfern, wie man angesichts der letzten Finanzkrise und der aktuellen Turbulenzen an der Börse noch auf Kapitaldeckung zur Finanzierung eines allgemeinen Lebensrisikos, welches uns alle irgendwann mal treffen könnte, setzen kann. Die derzeitige Finanzmarktkrise zeigt doch deutlich, wie schnell Geldanlagen wie z. B. Lebensversicherungen an Wert verlieren können. Eine solche Einführung widerspricht doch förmlich jeglicher ökonomischer Vernunft.
Die gesamte Berliner Muschpoke ist nicht in der Lage, zumindest Sozialpolitik geradeaus zu machen, weil alle immer nur nach der Macht schielen - der ganze Unterschied ist: Die einen haben sie, die anderen wollen sie. Ach, und die paar Milliarden mal hier oder mal dort sind doch egal. Wir haben´s ja. Und mit den fähigsten Politikern aller Zeiten sind ganz sicherlich Pflege, Rente, Gesundheit und auch die Zukunft unserer Kinder sicher.
Rechtliche Auskunft und Hilfe zu diesem Komplex bekommen unsere Mitglieder beim SoVD-Kreisverband Stormarn, Königstr. 10, 23843 Bad Oldesloe, Tel. 04531-2772.
Winfried Wickler
Vorsitzender
Geburtstag

v.l: Manfred Lenth,
Irmtraut Sarau, Peter Fiting
Unsere KV-Vorsitzende Irmtraut Sarau feierte am 24.10. ihren 60. Geburtstag. Der stellv. KV-Vors. Manfred Lenth, KV-Schatzmeister Peter Fiting und Ehrenmitglied Winni Wickler (nicht auf dem Foto) gratulierten recht herzlich und wünschten viel Gesundheit und alles Gute für die kommenden Jahre.
SoVD Kreisverbandes Güstrow

Bild: 2. v. li KV-Vors Fr. Sarau,
3. v. li. Fr. Barz (Angest. Kr. Geschäftsst.),
2. v. re. stellv. KV-Vors. Hr. Lenth,
3. v. re. OV-Vors. Fr. Koritter-Siebken,
4. v. re. KV-Vors. Güstrow Fr. Steffen
Seit dem 12. März 1991 ist der SoVD Kreisverband Stormarn offizieller Partner des SoVD Kreisverbandes Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in diesem Jahr besuchten am 13.10.2011 unsere KV-Vors. Irmtraut Sarau mit stellv. KV-Vors. Manfred Lenth und OV-Vors. aus Bargfeld-Stegen, Edith Koritter-Siebken unsere Freunde. Ein reger Gedankenaustausch über sozialpolitische Themen in den alten und neuen Bundesländern fand bei Kaffee und reichlich Kuchen statt.
Frauenfrühstück
Die Frauen des Kreisverbandes trafen sich im Oktober 2011 in Reinfeld
Diemal waren es rund 30 Frauen, die bei schönem Herbstwetter nach Reinfeld gekommen sind. Mit dabei waren Frauen aus den Ortsverbänden Kirchwerder, Großensee, Eichede, Siek, Trittau, Reinfeld, Reinbek, Zarpen, Großhansdorf, Rümpel, Rethwisch, Todendorf, Badendorf und natürlich aus den Bargteheide und Glinde, aus denen die Kreisfrauensprecherinnen Christina Müggenburg und Ute Rehders kommen. Frau Dagmar Greiß, von "Frauen helfen Frauen e. V." aus Bad Oldesloe informierte über das nicht ganz leichte Thema "Gewalt gegen Mädchen und Frauen". Wir bedanken uns sehr herzlich beim Ortsverband Reinfeld für die Einladung zu dem tollen Frühstücksbüffet.

Frauenfrühstück

Frauenfrühstück
Renten-Pläne der Regierung sind nicht wirksam genug
Oft wird nachgefragt, warum Texte zur Sozialpolitik derart kompliziert erscheinen und damit auch teils schwierig zu lesen sind. Dazu eine hoffentlich erklärende kurze Antwort: Sozialpolitische Texte lassen sich nun mal nicht immer in knappe Worte fassen. Natürlich kann man sie auf einen minimalistischen Nenner (Erklärung: die Verwendung eines Minimums an Bestandteilen) wie folgt bringen: Sozialausgleich = existiert nicht? Sachverstand der Bundesregierung = kaum vorhanden! Ziel der BRD-Agenda = bisher verfehlt! Soziale Unwucht der Gesundheitsreform = erschreckend! Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte = nicht durchführbar?
Worum geht es beim immer früheren Rentenbeginn?
Immer wieder fordern einige Politiker und Sozialwissenschaftler, das jetzige System der lohn- und beitragsbezogenen Rente aufzugeben. Die Rentenversicherung mit ihrem Ziel, nach erfülltem Arbeitsleben einen auskömmlichen Lebensstandard zu sichern, sei - so die Behauptung - nicht mehr lange zu finanzieren. Stattdessen schlagen sie eine einheitliche, steuerfinanzierte Grundrente vor. Sie soll etwa 40 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der Arbeitnehmer betragen, das wäre derzeit rund 1.200 DM monatlich. Finanziert werden soll diese Grundrente durch höhere indirekte Steuern. Insbesondere die Mehrwertsteuer müsste kräftig angehoben werden. Anders als die heutigen Renten soll die Grundrente nur das Existenzminimum im Alter sicherstellen. Eine darüber hinausgehende Sicherung des Lebensstandards soll der individuellen Entscheidung und der zusätzlichen privaten Altersvorsorge des einzelnen vorbehalten bleiben. Aber immer mehr Menschen steigen vor dem Erreichen der Regelaltersrente mit 65 Jahren bzw. schrittweise mit 67 Jahren aus dem Arbeitsleben aus. Unterschiedliche Gründe, warum Rentenabschläge für eine vorzeitige Rentengewährung in Kauf genommen werden. Das Bundessozialministerium hat einen Pressebericht bestätigt, wonach von den ca. 856.000 Neurentnern etwa 496.000 mit Kürzungen die Rente beantragt haben. Das sind 58 Prozent der neu in Rente gegangen, die Abschläge erhalten. Gründe dafür sind ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben infolge von Kündigungen, keine Möglichkeit erneut Arbeit zu finden, Krankheit, Erwerbsminderung oder auch die Verpflichtung mit 63 Jahren als Langzeitarbeitsloser die Rente zu beantragen. Der frühzeitige Ruhestand ist allerdings oft teuer erkauft.
Alle, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben oder entsprechende Zeiten vorweisen können, dürfen früher in Rente gehen. Dazu zählen etwa Ausbildungszeiten oder Zeiten für die Kindererziehung, bis das Kind zehn Jahre alt ist. Diese "langjährigen Versicherten" dürfen schon mit 63 Jahren in den Ruhestand. Dieser frühzeitige Rückzug ist mit teilweise deutlichen Einbußen verbunden. Auch etwaige Hinterbliebenenrenten für Witwen oder Witwer fallen geringer aus.
Für jeden vorgezogenen Monat wird die Rente dauerhaft um 0,3 Prozent gekürzt. Auch eine Erwerbsminderungsrente wird für jeden Monat vor dem 63. Lebensjahr um 0,3 Prozent gekürzt. Von 2012 an wird das Rentenalter bis 2029 schrittweise auf dann 67 Jahre angehoben. Aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigungsverhältnisse, Krankheit oder Erwerbsminderung steigt damit das Risiko der Altersarmut weiter an. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Grundsicherung im Alter von immer mehr Menschen zur Aufstockung ihrer Rentenbezüge beantragt werden muss, um überhaupt auf dem Sozialhilfeniveau ein Leben führen zu können. So hat sich der Anteil der gesetzlichen Renten unter dem Sozialhilfe-Niveau bei Männern von 1994 bis 2009 verdreifacht. Somit kommt jeder Fünfte nicht mehr über das Existenzminimum. Nur jede dritte Frau kommt mit ihrer Rente über das Existenzminimum. Die Forderungen des SoVD nach Abschaffung der Rentenkürzungen sind also aktuell und berechtigt, soll die Alterssicherung nicht noch mehr hin zu Grundsicherungsleistungen, also steuerfinanzierter Mittel verlagert werden. So bleibt vielen Rentnern oft nur noch ein Nebenjob, um das Einkommen aufzubessern. Arbeiteten im Jahr 2000 etwa 417.000 Rentner nebenbei, so hat sich die Zahl der Rentner mit Minijobs im Jahr 2010 mit 769.000 fast verdoppelt.
Nach dem Willen der Politik sollten die Menschen eigentlich künftig ja immer später in Rente gehen - tatsächlich ist der Trend nicht zu übersehen, sich immer früher in den Ruhestand zu verabschieden. Im Jahr 2009 gingen demnach 48,7 Prozent aller Frauen vorzeitig in Rente - ein neuer Rekordwert. Bei den Männern schieden 41,2 Prozent vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Trotz des derzeitig gültigen Renteneintrittsalters von 65 Jahren für Männer und Frauen bezogen die Menschen im Jahr 2009 durchschnittlich schon mit 63,2 Jahren Altersbezüge.
Gerade für Frauen bedeutete dies einen besonderen finanziellen Verlust. Sie müssen monatlich auf fast 106 Euro verzichten und bekommen im Durchschnitt nur rund 622 Euro Rente. Auch die monatliche Einbuße ist ein neuer Spitzenwert. Der Anteil der Frauen, die vorzeitig mit Abschlägen in Rente gehen, ist in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gestiegen: Lag deren Anteil im Jahr 2000 noch bei 16,3 Prozent, kletterte er bis 2009 auf fast 49 Prozent. Hintergrund ist laut Rentenversicherung, dass das Renteneintrittsalter ohne Abschläge von ehedem 63 auf 65 Jahre erhöht wurde. Da Frauen aber weiter von 60 Jahren an Altersbezüge beziehen dürfen, müssen sie auf 18 Prozent ihrer Bezüge verzichten. Männer dürfen erst ab 63 einen Rentenantrag stellen; ihre Bezüge reduzieren sich dann nur um 7,2 Prozent.
Tatsächlich zogen Männer den Rentenbeginn im Jahr 2009 durchschnittlich um fast drei Jahre vor - nämlich fast 33 Monate. Aus diesem Grund bekamen die Betroffenen fast 128 Euro weniger Rente im Monat, als wenn sie bis 65 gearbeitet hätten - und das bis zum Lebensende. Im Durchschnitt wurden den Männern rund 1061 Euro Rente monatlich ausgezahlt. Warum so viele Bürger Verluste hinnehmen, ist leider aus keiner Statistik ersichtlich. Berater der staatlichen Rentenversicherung wollen etwa beobachtet haben, dass gerade Frauen den Wunsch haben, sich mit ihren meist etwas älteren Männern gleichzeitig zur Ruhe zu setzen.
Allerdings fehlen oft auch Beschäftigungsmöglichkeiten, denn 2009 verabschiedeten sich nur 20,1 Prozent der Menschen aus einer versicherungspflichtigen regulären Arbeit in Altersrente. Weitere 16 Prozent kamen aus der Altersteilzeit.
Winfried Wickler
Geehrt und verabschiedet

für ihre Tätigkeit im Landes-Verband wurden am 10.09. in Kiel (v.l.): im Rollstuhl Heino Woizick (KV Segeberg), 3. v.l. Hans-Joachim Tümmler (2. LV Vorsitzender), 4. v.l. Prof. Günther Jansen (ehem. Sozialminister S-H), 6. v.l. Winni Wickler (KV Stormarn), 7. v.l. Friedel Rediske (KV Lübeck), nicht im Bild Uwe Krohn (KV Stormarn).
OV Rethwisch
Ein Erlebnis für zukünftige Schulanfänger

Hans Gerke

Bienenwabe

Honig schleudern

o. R. v. l. Helga+Hans Gerke
Rosemarie Fiebig und
"Stoppelhopser"
Wie schon in den Jahren zuvor hatte auch diesmal wieder unser Ehrenvorsitzender vom SoVD Ortsverband Rethwisch und Hobby-Imker Hans Gerke, 14 Schulanfänger aus dem Kindergarten "Stoppelhopser" in Bad Oldesloe zu sich in den Garten eingeladen. Er zeigte den Kindern die besonders gekennzeichnete Bienenkönigin, die männlichen Bienen, die Larven in den Waben, er ließ sie vom frisch geschleuderten Honig kosten, er goss geschmolzenes Wachs in Formen und zeigte anhand der verschiedenen Rahmen das jeweilige Wachstum der Waben.
In zwei Gruppen wurden die Kinder am Dienstag und am Donnerstag mit Taxen nach Rethwisch gebracht. Die Kosten dafür hat der SoVD-Ortsverband Bad Oldesloe mit der Vorsitzenden Rosemarie Fiebig übernommen. Zur Erinnerung an diesen Tag erhielt jedes Kind noch eine gelbe Mütze, Fahnen mit dem Bären und sowie als zukünftige Schulanfänger "Blinkis" für den Schulranzen, Malbücher und Stundenpläne.
Für das Kindergartenfrühstück durften sich die Kinder einige Gläser mit selbst geschleudertem Honig abfüllen.
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