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Themen Pflege

Der SoVD Schleswig-Holstein steht Ihnen bei, wenn es um Auseinandersetzungen mit Ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung geht.

Der Sozialverband ist mittlerweile mein Leben geworden

„Der Sozialverband ist mittlerweile mein Leben geworden“

24.09.2026

Seit 40 Jahren engagiert sich Doris Leipelt in Lübeck für den SoVD. Zuletzt als Vorsitzende im Ortsverband St. Gertrud. Im Gespräch erzählt sie, wie alles begann, warum ihr das Ehrenamt so lange Freude gemacht hat und weshalb sie dem Verband auch nach ihrem Rückzug treu bleibt.

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Frau Leipelt, Sie engagieren sich seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich im SoVD. Wie hat das angefangen?

Das begann Mitte der 1980er-Jahre. Ich war damals noch nicht lange in Lübeck und kannte außer meinen Arbeitskollegen kaum jemanden. Über die damalige SoVD-Jugendarbeit – damals hieß das Ganze „Integ“ – habe ich neue Kontakte gefunden. Als dort eine Schriftführerin gesucht wurde, habe ich mich gemeldet. So bin ich ins Ehrenamt hineingewachsen.

Aus dieser ersten Aufgabe sind schließlich rund 40 Jahre Engagement geworden. Was hat Sie all die Zeit motiviert?

Vor allem die Menschen. Über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden. Ich habe andere Mitglieder kennengelernt, wir haben gemeinsam Veranstaltungen organisiert und viel Zeit miteinander verbracht. Wenn man merkt, dass sich die Leute freuen und die Arbeit geschätzt wird, dann macht das einfach Spaß.

Sie waren zuletzt Vorsitzende des Ortsverbands Lübeck-St. Gertrud. Was gehörte zu Ihren Aufgaben?

Eine ganze Menge. Da war viel Organisation dabei: Einladungen verschicken, Tagesordnungen erstellen, Protokolle vorbereiten, Mitgliederlisten pflegen und natürlich die Veranstaltungen organisieren. Viele denken, bei einem Ehrenamt geht es nur um die Treffen vor Ort. Tatsächlich steckt hinter den Kulissen oft sehr viel Arbeit.

Wie viel Zeit haben Sie persönlich investiert?

Das war unterschiedlich. Es gab Phasen, in denen das Ehrenamt fast einem Teilzeitjob entsprach. Da kamen schon viele Stunden pro Woche zusammen. Aber ich habe das immer gern gemacht. Und wie viel man selbst einbringt, kann man in der Regel allein entscheiden.

Der Ortsverband Lübeck-St. Gertrud zählt rund 760 Mitglieder. Was macht ihn aus Ihrer Sicht besonders?

Die Gemeinschaft. Viele Menschen suchen Kontakte und möchten etwas gemeinsam unternehmen. Das war bei uns immer wichtig. Wir haben Vorträge angeboten, Ausflüge organisiert und natürlich unsere regelmäßigen Treffen durchgeführt. Viele Mitglieder kommen gerne, weil sie dort bekannte Gesichter treffen.

Und welche Veranstaltungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Unsere gemeinsamen Reisen nach Büsum haben immer großen Anklang gefunden. Dort hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeit für sich, konnten aber auch viel gemeinsam unternehmen. Man hat sich beim Essen getroffen, saß abends zusammen oder hat gespielt. Dabei lernt man die Menschen noch einmal ganz anders kennen.

Gab es auch Dinge, die Sie am Ehrenamt manchmal gestört haben?

Der Papierkram ist im Laufe der Jahre immer mehr geworden. Manche Abläufe sind recht aufwendig und kosten viel Zeit. Das gehört dazu, ist aber sicherlich nicht der schönste Teil eines Ehrenamts.

Vor Kurzem haben Sie Ihr Amt abgegeben. Fällt Ihnen das schwer?

Natürlich war das keine leichte Entscheidung. Nach so vielen Jahren ist das Ehrenamt ein wichtiger Teil des Lebens geworden. Aber manchmal ist es auch richtig, Verantwortung abzugeben und anderen die Möglichkeit zu geben, neue Ideen einzubringen.

Dem SoVD bleiben Sie trotzdem verbunden?

Auf jeden Fall. Ich bin weiterhin Mitglied und werde auch künftig an Veranstaltungen teilnehmen. Der SoVD begleitet mich schon seit Jahrzehnten. Deshalb sage ich immer: Mittlerweile ist der Sozialverband mein Leben geworden.

Was würden Sie Menschen raten, die überlegen, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren?

Sie sollten es einfach ausprobieren. Am besten schaut man sich erst einmal an, wie die Arbeit aussieht, und entscheidet dann, ob es zu einem passt. Ein Ehrenamt ist nicht für jeden das Richtige. Aber wer Freude am Umgang mit Menschen hat, kann dabei sehr viel zurückbekommen.

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 – 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de

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Abrechnungs-Gaga bei der Krankenkasse

Abrechnungs-Gaga bei der Krankenkasse

23.07.2026

Stellen Sie sich vor, Sie müssen wegen Schulterschmerzen ins MRT. Auf so einen Termin wartet man manchmal einige Wochen, oft auch Monate. Weil Ihre Schultern auf beiden Seiten Probleme bereiten, müssen Sie sogar zweimal in die Röhre. Und jetzt der Knaller: Aufgrund eines wirklich hanebüchenen Abrechnungs-Irrsinns müssen Sie für diese Prozedur an zwei unterschiedlichen Tagen in die Praxis kommen.

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Katharina Schütt aus Eutin ist Mitglied im SoVD Schleswig-Holstein: „Ich habe gedacht, die wollen mich auf den Arm nehmen!“ 

Zu verrückt, um wahr zu sein? Leider nicht – denn genau das hat unser Mitglied Katharina Schütt aus Eutin erlebt. Die Schultern der 69-Jährigen schmerzen seit über einem Jahr – eine echte Einschränkung im Alltag. Dank ihres Orthopäden konnte sie nun endlich im Mai ins MRT. Doch dafür musste sie nicht einmal nach Lübeck fahren, sondern zweimal: „Ich habe erst gedacht, da will mich jemand auf den Arm nehmen“, erinnert sie sich, als wir sie in Eutin besuchen. „Aber die nette Mitarbeiterin in der Praxis sagte, dass das nicht anders geht. Auch wenn sie das selbst für Schwachsinn hielt.“

Worum genau geht es? Wir haben bei der Krankenkasse von Frau Schütt nachgehakt. Der Pressesprecherin der Knappschaft-Bahn-See ist zwar wichtig zu betonen, dass die Krankenkasse eine doppelte MRT-Untersuchung am Tag nicht verbietet. Aber in den folgenden Zeilen offenbart sich das ganze Abrechnungs-Wirrwarr.

Denn verantwortlich für die Abrechnungsmodalitäten sei der sogenannte einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM). Der wiederum werde von Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes erstellt. Mit anderen Worten: von den Krankenkassen.

Und jetzt der Knaller:

Die Knappschaft Bahn-See schreibt weiter: „Dem behandelnden Arzt ist es somit grundsätzlich möglich, beide Schultern an einem Tag zu untersuchen. Es kann jedoch keine mehrfache Abrechnung der Gebührenposition erfolgen.“ Soll heißen: Natürlich dürfe der Arzt die beiden MRTs am gleichen Tag durchführen. Er bekommt dann aber eben nur einmal Geld dafür.

Alfred Bornhalm, dem Landesvorsitzenden des SoVD in Schleswig-Holstein, platzt bei dieser Argumentation fast die Hutschnur. Er sagt: „Wir leisten uns eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die ausufernde Bürokratie. Das geht doch an jedem gesunden Menschenverstand vorbei.“ Bornhalm weiter: „Die Politik ist dafür verantwortlich ein effizientes und gerechtes Gesundheitssystem vorzuhalten. Das, was Frau Schütt hier erlebt hat, ist das Gegenteil davon. Wir fordern die Politik auf: Kommt raus aus Eurem Elfenbeinturm und macht endlich wieder Politik für die Menschen in diesem Land!“

Katharina Schütt aus Eutin ist froh, dass die Behandlung jetzt durch ist. „Ich habe ja kein Auto und musste deswegen zweimal eine Freundin um Hilfe bitten.“ Sie hofft, dass die nächsten Arztbesuche wieder einfacher über die Bühne gehen.
Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

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Konzept zur Pflegereform liegt vor – SoVD lehnt Kürzungen ab

Konzept zur Pflegereform liegt vor – SoVD lehnt Kürzungen ab

04.06.2026

Der Entwurf von Nina Warken sieht Einsparungen bei Pflegeleistungen, Zuschüssen und bei der Unterstützung von pflegenden Angehörigen vor.

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Angehörige leisten einen Großteil der Pflegearbeit. Auch für sie dürfte sich die Situation verschärfen. pressmaster / Adobe Stock

Die finanzielle Lage der Pflegeversicherung ist angespannt. Die Einnahmen aus den Beiträgen reichen seit Jahren nicht mehr aus, um die steigenden Ausgaben zu decken. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat nun einen Gesetzentwurf für eine umfassende Reform der Pflegeversicherung vorgelegt. Mit dem Maßnahmenpaket sollen die erwarteten Finanzierungslücken der kommenden Jahre geschlossen werden.
Der Entwurf sieht Einsparungen von mehr als 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 vor. Erreicht werden soll dies vor allem durch Leistungskürzungen, strengere Zugangsvoraussetzungen und höhere Beiträge für bestimmte Versichertengruppen.

Kürzungen bei Leistungen und Unterstützung

Geplant ist unter anderem, den Anstieg der Pflegeleistungen künftig zu begrenzen. Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner sollen außerdem später als bisher höhere Zuschüsse zu ihren pflegebedingten Eigenanteilen erhalten. Dadurch müssten Betroffene länger einen größeren Teil der Kosten selbst tragen.

Auch pflegende Angehörige wären von den Reformplänen betroffen. Die Pflegekassen sollen künftig nur noch 70 statt bisher 100 Prozent der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige übernehmen. Der SoVD lehnt diesen Vorschlag entschieden ab.
„Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige wären ein fatales Signal an die Menschen, die die häusliche Pflege jeden Tag aufrechterhalten“, betont die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.

Entlastungsbetrag könnte abgeschafft werden

Darüber hinaus sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in Pflegegrade und für Höherstufungen verschärft werden. Das bisherige Pflegegeld soll durch ein neues Entlastungsbudget ersetzt werden, das bei neuen Pflegefällen der Pflegegrade 2 und 3 in den ersten drei Monaten nur zur Hälfte ausgezahlt wird.

Für Menschen mit Pflegegrad 1, die zu Hause leben, soll zudem der bisherige Entlastungsbetrag entfallen. Dieser kann bislang beispielsweise für Unterstützung im Haushalt oder bei der Gartenarbeit genutzt werden.
Auch diese Pläne sieht der SoVD kritisch. In einem Fernsehinterview mit dem ZDF erklärte Michaela Engelmeier: „Wenn beim Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag wegfallen soll, ist das keine bessere Versorgung. Das ist eine Kürzung bei Menschen, die Unterstützung brauchen.“

Höhere Beiträge für Versicherte und Arbeitgeber

Neben den Einsparungen sieht die Reform auch zusätzliche Einnahmen vor. So soll die Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro angehoben werden. Dadurch müssten Besserverdienende auf einen größeren Teil ihres Einkommens Pflegeversicherungsbeiträge zahlen.

Erstmals sollen außerdem auch für Minijobs Beiträge zur Pflegeversicherung erhoben werden. Diese sollen vollständig von den Arbeitgebern getragen werden. Für Kinderlose ist eine weitere Anhebung des Beitragszuschlags vorgesehen.
Zusätzlich soll die bislang beitragsfreie Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern deutlich eingeschränkt werden. Künftig soll sie nur noch für bestimmte Personengruppen gelten, etwa für Rentnerinnen und Rentner, Eltern kleiner Kinder oder pflegende Angehörige.

SoVD fordert solidarische Finanzierung

Der SoVD erkennt den dringenden Reformbedarf in der Pflegeversicherung an. Aus Sicht des Verbandes dürfen die notwendigen Veränderungen jedoch nicht vor allem zulasten der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen und der Versicherten gehen.
Statt weiterer Kürzungen fordert der SoVD Bund und Länder auf, ihrer Verantwortung für gesamtgesellschaftliche Aufgaben stärker nachzukommen. Dazu gehören unter anderem die Finanzierung der Rentenbeiträge pflegender Angehöriger sowie die Übernahme von Investitions- und Ausbildungskosten.

Langfristig kann eine gerechte Finanzierung der Pflege nach Auffassung des SoVD nur durch die Einführung einer solidarischen Pflegeversicherung erreicht werden, in die alle Bürgerinnen und Bürger entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen.

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Der SoVD Schleswig-Holstein erstreitet für seine Mitglieder 15 Millionen Euro

Der SoVD Schleswig-Holstein erstreitet für seine Mitglieder 15 Millionen Euro

23.01.2026

Bornhalm

Der SoVD kämpft entschlossen für die Interessen seiner fast 180.000 Mitglieder in Schleswig-Holstein und setzt berechtigte Ansprüche durch – wenn nötig auch vor Gericht. Traditionell zieht der Verband anlässlich seines Neujahrsempfang Bilanz. Am Donnerstag, 22. Januar 2026, präsentierte der Landesvorsitzende Alfred Bornhalm in der Kieler Wunderino Arena beeindruckende Zahlen: Im vergangenen Jahr hat der SoVD 14.908.326 Euro an Einmalzahlungen und 3.056.766 Euro an laufenden Zahlungen für seine Mitglieder erkämpft.

Mehr als 1000 Verfahren wurden neu angelegt, es laufen mehr als 5.500 Antragsverfahren und knapp 5.000 Widersprüche wurden neu eingelegt. „Nur weil wir hier im Norden eine so große und starke Gemeinschaft sind, können wir diese Arbeit für unsere Mitglieder leisten“, betonte Bornhalm. Er machte aber auch deutlich, dass die hohen Summen zeigten, dass in unserem Sozialstaat vieles im Argen liegt: „Es handelt sich um berechtigte Ansprüche unserer Mitglieder, die aber ohne unser Zutun nicht gezahlt worden wären. Hinter jedem Widerspruch und jeder Klage stehen Menschen, die ohne dieses Geld zum Teil in existenzielle Nöte geraten würden.“ Auch im Jahr 2026 wird sich der größte Verband im Norden mit vereinten Kräften dafür einsetzen, dass die Menschen zu ihrem Recht kommen – Gemeinschaft wirkt!

Foto: Julia Petersen

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Enttäuschende Ergebnisse der Pflegekommission

Enttäuschende Ergebnisse der Pflegekommission

12.12.2025

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Konkrete Reformvorhaben sind darin kaum enthalten.

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Bei der Pflege – ob zu Hause oder im Heim – gibt es großen Reformbedarf. Die Vorschläge der Kommission sind dagegen wenig ambitioniert. Foto: Halfpoint / Adobe Stock

Kleinteilige Vorschläge, ein wenig Prinzip Hoffnung, aber kaum Ansätze für eine dauerhafte Lösung der Krise im Pflegesystem: So lassen sich die Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Finanzierung der Pflegeversicherung zusammenfassen.
In ihrem Abschlusspapier verweist die Kommission vor allem auf mögliche Effizienzgewinne bei der Anerkennung von Pflegegraden und eine bessere Vorsorge, die zu weniger Pflegebedürftigkeit führen soll.

SoVD: Nachhaltige Reformen und Investitionen in die Pflege

Vorschläge zur Reduzierung der Eigenanteile bei der stationären Pflege, die im Durchschnitt bei über 3.000 Euro im Monat liegen, gibt es dagegen nicht. Wenig Änderungsbedarf sieht die Kommission auch bei der generellen Ausgestaltung der Pflegeversicherung. Diese soll weiterhin eine Teilversicherung bleiben, die nicht alle Leistungen übernimmt. Der Weg hin zu einer Pflegevollversicherung, wie der SoVD sie fordert, bleibt damit weiterhin verbaut.

Der SoVD kritisiert die wenig ambitionierten Vorschläge der Arbeitsgruppe. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier stellt dazu fest: „Die Ergebnisse der Kommission sind das Spiegelbild des engen Korsetts an beschränkenden Vorgaben der Bundesregierung für die Kommissionsarbeit. Viele der Vorschläge bedeuten zwar kleine Stellschräubchen, die sicher in Summe einen gewissen Effekt haben werden. Was wir jetzt aber wirklich brauchen, sind echte und nachhaltige Reformen in der Pflege. Das erfordert Investitionen in die pflegerische Zukunft.“

Große Mehrheit für Pflegevollversicherung

Basierend auf den Vorschlägen soll eine Pflegereform erarbeitet und noch 2026 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden. Für den SoVD ist klar, dass diese nötig ist, es aber größere Lösungen braucht. Wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbandes ergab, fürchten zwei Drittel der Befragten, im Pflegefall schlecht versorgt zu sein. Etwa 80 Prozent kritisieren außerdem fehlende staatliche Unterstützung für pflegende Angehörige.

Ebenfalls 80 Prozent sprechen sich für die Einführung einer solidarischen Bürgervollversicherung aus. In diese würden auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige einzahlen. Zugleich übernähme sie einen deutlich höheren Anteil der Pflegekosten als die aktuelle Teilversicherung. „Die Bundesregierung muss jetzt den Mut haben, im nächsten Schritt die Pflege solidarisch und gerecht auszugestalten“, fordert Michaela Engelmeier die Politik auf.

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SoVD-Umfrage: Große Sorgen um die Pflege

SoVD-Umfrage: Große Sorgen um die Pflege

27.11.2026

Zwei Drittel der Befragten befürchten, im Pflegefall schlecht versorgt zu werden – 80 Prozent schätzen Unterstützung für pflegende Angehörige als zu niedrig ein.

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Eine Pflegekraft hilft einer älteren Frau beim Aufstehen vom Sofa. Gut gepflegt im Alter? Daran haben viele Zweifel. Foto: Robert Knechte / Abobe Stock

In der Pflege steht die Bundesregierung vor großen Aufgaben. Wie auch bei anderen Politikfeldern soll eine Kommission Lösungen liefern, das System nachhaltig zu finanzieren und zukunftssicher aufzustellen. Der Handlungsbedarf ist offenkundig, denn schon jetzt verlieren die Menschen im Land das Vertrauen in das Pflegesystem und darin, bei eigener Pflegebedürftigkeit gut umsorgt zu werden. 

Wie die repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des SoVD ergab, rechnen knapp zwei Drittel der Menschen mit einer schlechten Versorgung im Pflegefall, nur rund jede*r Zehnte erwartet eine gute Pflege. Besonders düster sind die Erwartungen bei Frauen und der Generation der aktuell 40- bis 49-Jährigen. 

Viele Frauen tragen privat Pflegeverantwortung, während die „Sandwich-Generation“ oft schon selbst pflegt und zugleich an die eigene Versorgung denkt. 


Hoher Zuspruch zur Bürgerversicherung

Der SoVD betrachtet diese Zahlen mit Sorge und führt sie auf Versäumnisse der Politik zurück. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier stellt fest: „Dass nur jeder Zehnte auf eine gute Versorgung im Alter vertraut, offenbart den massiven Vertrauensverlust gegenüber der Pflegepolitik. Über Jahre hinweg wurden notwendige Reformen verschleppt, während immer neue Sparvorgaben diskutiert wurden. Das hat Spuren hinterlassen.“

80 Prozent der Befragten sprachen sich außerdem für die Einführung einer solidarischen Pflegeversicherung, die alle Bürger*innen unabhängig vom Berufsstatus einbezieht, aus. Selbst unter Beamten ist der Zuspruch mit rund 42 Prozent überraschend hoch, bei Selbstständigen liegt er sogar über 69 Prozent. „Wenn selbst Beamte, die bisher klare Vorteile im dualen Pflegesystem genießen, sowie viele Selbstständige, die bisher außen vor bleiben, sich in großer Zahl für eine Bürgerversicherung bei der Pflege aussprechen, ist das ein starkes Signal an die Politik“, betont Engelmeier. Der SoVD fordert seit langem eine Pflege-Bürgerversicherung, in die alle einzahlen und die das Pflegerisiko solidarisch und gerecht absichert.


SoVD: Pflegende Angehörige entlasten

Ebenfalls 80 Prozent kritisieren in der SoVD-Umfrage die nicht ausreichenden staatlichen Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige, nur zehn Prozent halten die Unterstützung für gut. Da fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden, wiegt dieses Urteil besonders schwer. 

Der SoVD fordert daher gezielte Entlastungen, etwa durch den Ausbau der Tages- und Verhinderungspflege, die Einführung von Pflegezeiten mit Entgeltersatz analog zum Elterngeld sowie eine bessere rentenrechtliche Absicherung pflegender Angehöriger. „Sonntagsreden helfen pflegenden Angehörigen nicht – sie brauchen endlich konkrete Entlastung“, so Engelmeier.

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Heimkosten : Warum Selbstzahler in Schleswig-Holstein oft benachteiligt sind

Heimkosten: Warum Selbstzahler in Schleswig-Holstein oft benachteiligt sind

26.08.2025

Ein Platz im Pflegeheim ist teuer. Sehr teuer. Im Durchschnitt liegt der Eigenanteil in Schleswig-Holstein aktuell laut einem Bericht des NDR bei 2912 Euro. Pro Monat. Selbst mit einer überdurchschnittlich üppigen Rente ist das kaum zu stemmen. In vielen Fällen springt deswegen das Sozialamt ein. Mit der sogenannten „Hilfe zur Pflege“ übernimmt das Amt die Kosten, die sich Pflegebedürftige nicht leisten können.

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Diese knapp 3000 Euro setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Da ist zum einen die eigentliche Pflege, Kosten für Unterkunft und Verpflegung und außerdem die Investitionszulage. Dieser letzte Punkt soll die Heime in die Lage versetzen, Reparaturen und Modernisierungen zu tätigen. Da die meisten Bundesländer zu wenig Geld in die Hand nehmen, holen sich die Heimbetreiber diese Kosten von den Pflegebedürftigen und deren Familien. In Schleswig-Holstein handelt es sich um hohe dreistellige Beträge pro Monat.

Insbesondere im Kreis Stormarn gibt es rund um diese Investitionszulage immer wieder Ärger und Probleme. So zum Beispiel für Michael Maas aus Reinfeld. Seine 96-jährige Mutter Ingeborg lebt seit über zwei Jahren in einem privaten Heim. Aufgrund ihrer guten Rente bekam sie in den ersten Monaten keine zusätzliche Hilfe zur Pflege. Das allerdings hatte zur Folge, dass sie unter dem Strich weniger Geld zur Verfügung hatte als mit Unterstützung des Sozialamtes. Michael Maas: „Meine Mutter stottert von dem wenigen Geld, was ihr nach den Heimkosten noch übrig bleibt, jeden Monat 30 Euro ab. Das Geld schuldet sie dem Pflegeheim.“

Alfred Bornhalm vom SoVD sieht die Landespolitik in der Verantwortung: "Es ist ein Skandal, dass sich das Land seit Jahren bei den Investitionskosten aus der Verantwortung stiehlt. "

Wie kann das sein? In Schleswig-Holstein dürfen Heimbetreiber den sogenannten Selbstzahlern eine höhere Investitionszulage in Rechnung stellen – anders als in den meisten anderen Bundesländern. Mit anderen Worten: Wer selbst zahlt, zahlt drauf. Im Fall von Ingeborg Maas belief sich die Differenz anfangs auf satte 300 Euro pro Monat. Sieben Monate lang. Daher die Schulden, die sie nun gegenüber dem Pflegeheim zurückzahlen muss.

„Das ist im Kreis Stormarn ein großes Problem“, sagt Konstanze Bliß aus dem SoVD-Sozialberatungszentrum Bad Oldesloe. „Wir haben hier Fälle, da landen die betroffenen Mitglieder nach Zahlung der höheren Investitionszulage unterhalb des Sozialhilfesatzes. Man wird also dafür bestraft, dass man kein Geld vom Amt bekommt.“

Eine SoVD-Anfrage beim schleswig-holsteinischen Sozialministerium in Kiel blieb unbeantwortet. Auch der Kreis Stormarn wäscht seine Hände in Unschuld: „Die sagen, man soll das Heim verklagen“, so Konstanze Bliß vom SoVD. „Aber das machen die Leute natürlich nicht, weil sie sich davor fürchten, den Heimplatz zu verlieren.“

Was also ist zu tun? Michael Maas sieht die Politik in der Verantwortung: „Das muss in Kiel geregelt werden. Es kann doch nicht sein, dass die Heime die Notlage der Menschen hier ausnutzen und bei Selbstzahlern exorbitante Kosten einfordern.“ Ähnlich sieht es Alfred Bornhalm, der Landesvorsitzende im SoVD Schleswig-Holstein: „Hier ist ganz klar die Politik gefordert. Und zwar die Landespolitik. Es ist ein Skandal, dass sich das Land seit Jahren bei den Investitionskosten aus der Verantwortung stiehlt. Hier muss endlich etwas passieren. Als erstes brauchen wir eine klare Regelung, dass Selbstzahlern nicht mehr in Rechnung gestellt wird als allen anderen.“

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Zum Sommerbeginn an Hitzeschutz denken

Zum Sommerbeginn an Hitzeschutz denken

20.06.2025

Für die nächsten Tagen sind im ganzen Land hohe Temperaturen angekündigt. Vor allem vulnerable Gruppen sollten sich darauf vorbereiten.

Zu sehen ist eine Frau der heiß ist in der Sonne

Vor allem Städte heizen sich im Sommer schnell auf. Der SoVD fordert Kommunen zur Umsetzung von Hitzeschutzplänen auf. Foto: dragonstock / Adobe Stock

An diesem Wochenende beginnt auch meteorologisch der Sommer. Vielerorts sind Temperaturen deutlich über 30 Grad zu erwarten. Gerade für Ältere, chronisch Erkrankte und Menschen mit Behinderungen kann die Hitze schnell zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Auch Babys und (Klein-)kinder sollten besonders geschützt werden. 
Für den Umgang mit der Hitze gibt es einige allgemeine Tipps zu Verhaltensweisen. Dazu gehören: 

Mehr Hinweise, auch gesondert für Ältere, Eltern oder Menschen mit chronischen Erkrankungen und deren Angehörige bietet unter anderem die Plattform Klima Mensch Gesundheit auf ihrer Website. 

Städtebau kann Hitze reduzieren

Neben dem individuellen Verhalten rücken in letzter Zeit auch verstärkt architektonische und städtebauliche Maßnahmen zur Anpassung an die weiter steigenden Temperaturen in den Blick.
Auf versiegelten Flächen wie Straßen, Parkplätzen und Dächern kann Wasser laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht versickern, aber auch schlecht verdunsten und so die Luft kühlen. Flächen heizen sich auf und geben die gespeicherte Hitze lange ab. Dagegen helfen Bäume, Parks und Wasserflächen. Feuchtigkeit kann verdunsten; Bäume spenden Schatten und senken die Temperatur. 

Nur wenige Städte gut auf steigende Temperaturen vorbereitet
Die DUH untersuchte nun, wie das in 190 Städten gelingt und wo Handlungsbedarf besteht. Erstmals bezog der Hitze-Check die Bevölkerungsdichte ein: Wie viele Menschen leben in stark belasteten Gebieten, in denen hohe Temperaturen auf viel Beton und wenig Grün treffen? Der entstandene „Hitzebetroffenheitsindex“ hat drei Kategorien: rot für überdurchschnittlich, gelb für durchschnittlich und grün für unterdurchschnittlich.
31 Städte bekamen die rote Karte (darunter Frankfurt am Main und Magdeburg), 131 die gelbe (etwa Köln, Berlin und München) und nur 28 die grüne (wie Hamburg). 

SoVD: Neue Wege bei der Architektur gehen
Besonders heiß wird es im Süden. Den schlechtesten Index haben Mannheim, Ludwigshafen und Worms: 88 bis 91 Prozent ihrer Bevölkerung sind „stark belastet“. Kühler ist es im Norden, wie in Flensburg, Wilhelmshaven und Kiel. Aber am besten schnitten Hattingen, Gummersbach und Witten ab, alle in NRW: Ihnen nutzt, dass sie relativ viel Grün und wenig versiegelte Fläche haben.
Der SoVD leitet daraus eine klare Forderung ab. Anlässlich des Hitzeaktionstags Anfang Juni betonte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier: „Wir brauchen mehr Schattenplätze, mehr Trinkwasserbrunnen in den Innenstädten, mehr Luft und Grün. Und wir müssen endlich anfangen, hitzetauglich zu bauen – mit Materialien, die Sonnenstrahlung absorbieren statt speichern“, so Engelmeier. Beton, Glas und Stahl seien im wahrsten Sinne brandgefährlich für unsere Städte.

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Lohnersatz für pflegende Angehörige

Lohnersatz für pflegende Angehörige: SoVD unterstützt Vorschlag

20.05.2025

Die neue Familienministerin Karin Prien (CDU) stellt ein staatliches Pflegegeld für Angehörige in Aussicht. Der SoVD begrüßt den Vorstoß.

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Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen und leisten damit unbezahlte Care-Arbeit. Ein Pflegegeld könnte sie etwas entlasten. Foto: pikselstock / Adobe Stock

Ein Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland wird nicht in Einrichtungen, sondern von Angehörigen gepflegt. Diese haben einen großen Anteil daran, dass der Pflegenotstand nicht noch schlimmer ausfällt. 

Für die Angehörigen ist das häufig mit Belastungen und Einschränkungen verbunden, oft müssen sie im Job kürzertreten und büßen an Gehalt und Rentenansprüchen ein. 

Einführung des Pflegegelds abhängig von wirtschaftlicher Lage

Die neue Familienministerin Karin Prien (CDU) kündigte nun an, ein Pflegegeld als Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige einführen zu wollen. In einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte sie: „Es wird mit unserer demographischen Entwicklung nicht möglich sein, dass Pflege allein von Fachkräften geleistet wird. Deshalb müssen wir einen Einstieg in ein Pflegegeld als Lohnersatz für pflegende Angehörige schaffen.“


Sie schränkte zugleich ein, dass ein solches Pflegegeld erst eingeführt werden könne, wenn sich die wirtschaftliche Lage gebessert habe. Zur konkreten Ausgestaltung machte Karin Prien noch keine Angaben. Dabei seien unterschiedliche Faktoren wie Bezugsdauer, die Höhe oder eine soziale Staffelung des Pflegegelds von Bedeutung. 

SoVD: Pflegegeld muss sozial gestaffelt sein

Der SoVD begrüßt den Vorschlag der Familienministerin. Der Verband fordert bereits lange eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige. Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe führte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier aus: „Pflegende Angehörige erbringen den Mammutanteil der Pflegeleistungen in Deutschland. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz würde die Versorgung hunderttausender Pflegebedürftiger schlichtweg zusammenbrechen. Es ist daher dringend notwendig, ihre Situation strukturell zu verbessern.“

Bei der Höhe eines möglichen Pflegegelds plädiert Michaela Engelmeier dafür, sich am Elterngeld zu orientieren. Darunter dürfe es auf keinen Fall liegen. Zudem müsse es nach Bedürftigkeit ausgezahlt werden: „Es braucht eine sozial gestaffelte Lösung mit klarer Ober- und Untergrenze, die sich am vorherigen Einkommen orientiert. Ziel muss sein, dass Menschen sich ohne Existenzangst um ihre Angehörigen kümmern können“, so die SoVD-Vorstandvorsitzende.

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Pflegekosten steigen

Pflegekosten steigen dramatisch an

18.07.2023

Pflegebedürftige müssen im Schnitt über 2500 Euro im Monat zahlen. Der SoVD fordert die Einführung einer solidarischen Pflegevollversicherung.

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Wer in eine Pflegeeinrichtung geht, muss mit hohen Kosten rechnen. Foto: Robert Kneschke / Adobe Stock

Der Situation in der Pflege spitzt sich weiter zu: Plätze in Pflegeheimen sind schwer zu bekommen und bedeuten für Pflegebedürftige hohe Kosten. Laut aktuellen Zahlen vom Verband der Ersatzkassen bezahlen Bewohnende von Pflegeheimen im Juli im Durchschnitt 2548 Euro pro Monat. Das sind 140 Euro mehr als zum Jahresbeginn und sogar 400 Euro mehr als im Januar 2022.

Trotz der 2022 eingeführten Entlastungsbeiträge sind die Kosten zuletzt stark gestiegen und liegen nun häufig über dem Doppelten einer Durchschnittsrente. Aus eigener Tasche ist das für viele Pflegebedürftige kaum zu stemmen. Häufig sind sie dazu gezwungen, Ersparnisse aufzubrauchen, bevor sie Sozialleistungen in Anspruch nehmen können.

Höhere Entlastungsbeträge senken Kosten nicht

Die Pflegeversicherung übernimmt lediglich einen Teil der Pflegekosten. Für Kosten der Unterkunft, Verpflegung und Investitionen müssen die Versicherten selbst aufkommen. Durch die steigenden Energiekosten und die überfälligen Lohnerhöhungen für Pflegekräfte sind die Summen zuletzt deutlich gestiegen.

Auch die leichte Erhöhung der Entlastungsbeiträge ab dem nächsten Jahr wird die Situation nicht grundlegend ändern. Denn auch diese gibt es nur für den Eigenanteil bei der Pflege, aber nicht weitere Kosten des Aufenthalts im Pflegeheim.

SoVD: Pflegeversicherung muss Vollversicherung werden

Um die Pflegeversicherung zukunftsfest zu machen und die Versicherten vor weiteren Kostensteigerungen zu schützen, fordert der SoVD den Ausbau zu einer solidarischen Pflegevollversicherung. In einem gemeinsamen Appell mit anderen Verbänden rief der SoVD Ende Juni zur Reform der Pflegeversicherung auf. Darin heißt es: „Eine langfristig wirksame, tragfähige und für alle verlässliche Lösung bietet einzig eine Vollversicherung in der Pflege: Wenn alle pflegebedingten Kosten künftig von der Pflegeversicherung übernommen und die Ausbildungskosten als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aus Steuermitteln finanziert würden – wie im Koalitionsvertrag vereinbart –, halbierten sich die von den Pflegeheimbewohner*innen selbst aufzubringenden Kosten.“

Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier ergänzt: Es war ein Konstruktionsfehler, die Pflegeversicherung als Teilkostenversicherung auszugestalten. Wir brauchen endlich eine solidarische Pflegevollversicherung, die bedarfsgerecht alle pflegebedingten Kosten übernimmt.“ Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr die Dringlichkeit, hier politisch aktiv zu werden.

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