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Aktuelles

Der Sozialverband ist mittlerweile mein Leben geworden

„Der Sozialverband ist mittlerweile mein Leben geworden“

24.09.2026

Seit 40 Jahren engagiert sich Doris Leipelt in Lübeck für den SoVD. Zuletzt als Vorsitzende im Ortsverband St. Gertrud. Im Gespräch erzählt sie, wie alles begann, warum ihr das Ehrenamt so lange Freude gemacht hat und weshalb sie dem Verband auch nach ihrem Rückzug treu bleibt.

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Frau Leipelt, Sie engagieren sich seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich im SoVD. Wie hat das angefangen?

Das begann Mitte der 1980er-Jahre. Ich war damals noch nicht lange in Lübeck und kannte außer meinen Arbeitskollegen kaum jemanden. Über die damalige SoVD-Jugendarbeit – damals hieß das Ganze „Integ“ – habe ich neue Kontakte gefunden. Als dort eine Schriftführerin gesucht wurde, habe ich mich gemeldet. So bin ich ins Ehrenamt hineingewachsen.

Aus dieser ersten Aufgabe sind schließlich rund 40 Jahre Engagement geworden. Was hat Sie all die Zeit motiviert?

Vor allem die Menschen. Über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden. Ich habe andere Mitglieder kennengelernt, wir haben gemeinsam Veranstaltungen organisiert und viel Zeit miteinander verbracht. Wenn man merkt, dass sich die Leute freuen und die Arbeit geschätzt wird, dann macht das einfach Spaß.

Sie waren zuletzt Vorsitzende des Ortsverbands Lübeck-St. Gertrud. Was gehörte zu Ihren Aufgaben?

Eine ganze Menge. Da war viel Organisation dabei: Einladungen verschicken, Tagesordnungen erstellen, Protokolle vorbereiten, Mitgliederlisten pflegen und natürlich die Veranstaltungen organisieren. Viele denken, bei einem Ehrenamt geht es nur um die Treffen vor Ort. Tatsächlich steckt hinter den Kulissen oft sehr viel Arbeit.

Wie viel Zeit haben Sie persönlich investiert?

Das war unterschiedlich. Es gab Phasen, in denen das Ehrenamt fast einem Teilzeitjob entsprach. Da kamen schon viele Stunden pro Woche zusammen. Aber ich habe das immer gern gemacht. Und wie viel man selbst einbringt, kann man in der Regel allein entscheiden.

Der Ortsverband Lübeck-St. Gertrud zählt rund 760 Mitglieder. Was macht ihn aus Ihrer Sicht besonders?

Die Gemeinschaft. Viele Menschen suchen Kontakte und möchten etwas gemeinsam unternehmen. Das war bei uns immer wichtig. Wir haben Vorträge angeboten, Ausflüge organisiert und natürlich unsere regelmäßigen Treffen durchgeführt. Viele Mitglieder kommen gerne, weil sie dort bekannte Gesichter treffen.

Und welche Veranstaltungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Unsere gemeinsamen Reisen nach Büsum haben immer großen Anklang gefunden. Dort hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeit für sich, konnten aber auch viel gemeinsam unternehmen. Man hat sich beim Essen getroffen, saß abends zusammen oder hat gespielt. Dabei lernt man die Menschen noch einmal ganz anders kennen.

Gab es auch Dinge, die Sie am Ehrenamt manchmal gestört haben?

Der Papierkram ist im Laufe der Jahre immer mehr geworden. Manche Abläufe sind recht aufwendig und kosten viel Zeit. Das gehört dazu, ist aber sicherlich nicht der schönste Teil eines Ehrenamts.

Vor Kurzem haben Sie Ihr Amt abgegeben. Fällt Ihnen das schwer?

Natürlich war das keine leichte Entscheidung. Nach so vielen Jahren ist das Ehrenamt ein wichtiger Teil des Lebens geworden. Aber manchmal ist es auch richtig, Verantwortung abzugeben und anderen die Möglichkeit zu geben, neue Ideen einzubringen.

Dem SoVD bleiben Sie trotzdem verbunden?

Auf jeden Fall. Ich bin weiterhin Mitglied und werde auch künftig an Veranstaltungen teilnehmen. Der SoVD begleitet mich schon seit Jahrzehnten. Deshalb sage ich immer: Mittlerweile ist der Sozialverband mein Leben geworden.

Was würden Sie Menschen raten, die überlegen, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren?

Sie sollten es einfach ausprobieren. Am besten schaut man sich erst einmal an, wie die Arbeit aussieht, und entscheidet dann, ob es zu einem passt. Ein Ehrenamt ist nicht für jeden das Richtige. Aber wer Freude am Umgang mit Menschen hat, kann dabei sehr viel zurückbekommen.

Ehrenamtlich arbeiten wäre auch für Sie ein Thema? Dann melden Sie sich bei:

Christian Schultz
Referent für Sozialpolitik
Telefon: 0431 / 65 95 94 – 22
Mail: sozialpolitik(at)sovd-sh.de

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Abrechnungs-Gaga bei der Krankenkasse

Abrechnungs-Gaga bei der Krankenkasse

23.07.2026

Stellen Sie sich vor, Sie müssen wegen Schulterschmerzen ins MRT. Auf so einen Termin wartet man manchmal einige Wochen, oft auch Monate. Weil Ihre Schultern auf beiden Seiten Probleme bereiten, müssen Sie sogar zweimal in die Röhre. Und jetzt der Knaller: Aufgrund eines wirklich hanebüchenen Abrechnungs-Irrsinns müssen Sie für diese Prozedur an zwei unterschiedlichen Tagen in die Praxis kommen.

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Katharina Schütt aus Eutin ist Mitglied im SoVD Schleswig-Holstein: „Ich habe gedacht, die wollen mich auf den Arm nehmen!“ 

Zu verrückt, um wahr zu sein? Leider nicht – denn genau das hat unser Mitglied Katharina Schütt aus Eutin erlebt. Die Schultern der 69-Jährigen schmerzen seit über einem Jahr – eine echte Einschränkung im Alltag. Dank ihres Orthopäden konnte sie nun endlich im Mai ins MRT. Doch dafür musste sie nicht einmal nach Lübeck fahren, sondern zweimal: „Ich habe erst gedacht, da will mich jemand auf den Arm nehmen“, erinnert sie sich, als wir sie in Eutin besuchen. „Aber die nette Mitarbeiterin in der Praxis sagte, dass das nicht anders geht. Auch wenn sie das selbst für Schwachsinn hielt.“

Worum genau geht es? Wir haben bei der Krankenkasse von Frau Schütt nachgehakt. Der Pressesprecherin der Knappschaft-Bahn-See ist zwar wichtig zu betonen, dass die Krankenkasse eine doppelte MRT-Untersuchung am Tag nicht verbietet. Aber in den folgenden Zeilen offenbart sich das ganze Abrechnungs-Wirrwarr.

Denn verantwortlich für die Abrechnungsmodalitäten sei der sogenannte einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM). Der wiederum werde von Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes erstellt. Mit anderen Worten: von den Krankenkassen.

Und jetzt der Knaller:

Die Knappschaft Bahn-See schreibt weiter: „Dem behandelnden Arzt ist es somit grundsätzlich möglich, beide Schultern an einem Tag zu untersuchen. Es kann jedoch keine mehrfache Abrechnung der Gebührenposition erfolgen.“ Soll heißen: Natürlich dürfe der Arzt die beiden MRTs am gleichen Tag durchführen. Er bekommt dann aber eben nur einmal Geld dafür.

Alfred Bornhalm, dem Landesvorsitzenden des SoVD in Schleswig-Holstein, platzt bei dieser Argumentation fast die Hutschnur. Er sagt: „Wir leisten uns eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die ausufernde Bürokratie. Das geht doch an jedem gesunden Menschenverstand vorbei.“ Bornhalm weiter: „Die Politik ist dafür verantwortlich ein effizientes und gerechtes Gesundheitssystem vorzuhalten. Das, was Frau Schütt hier erlebt hat, ist das Gegenteil davon. Wir fordern die Politik auf: Kommt raus aus Eurem Elfenbeinturm und macht endlich wieder Politik für die Menschen in diesem Land!“

Katharina Schütt aus Eutin ist froh, dass die Behandlung jetzt durch ist. „Ich habe ja kein Auto und musste deswegen zweimal eine Freundin um Hilfe bitten.“ Sie hofft, dass die nächsten Arztbesuche wieder einfacher über die Bühne gehen.
Der Sozialverband Deutschland hilft in sozialen Angelegenheiten. Wir vertreten unsere Mitglieder bis zum Sozialgericht, unter anderem bei Auseinandersetzungen rund um das Thema Rente und Behinderung.

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„Wir müssen politischer werden!“

„Wir müssen politischer werden!“

16.07.2026

Ohne Ehrenamt ist der SoVD in Schleswig-Holstein nicht vorstellbar: Rund 300 Ortsverbände und ungefähr 4000 ehrenamtlich Aktive tragen die Arbeit des Verbandes im Land. Einer von ihnen ist Tyll-Niklas Reinisch. Der 28-Jährige kommt aus Schleswig-Holstein, lebt in Silberstedt und ist seit April neuer Bundesjugendvorsitzender im Sozialverband Deutschland. Er vertritt also die SoVD-Jugend bundesweit – und will junge Mitglieder stärker vernetzen, politischer auftreten und vor Ort besser erreichen.

Tyll-Niklas_Reinisch_ist_Vorsitzender_der_SoVD-Jugend

Hallo Tyll, die meisten ehrenamtlich Aktiven im SoVD sind deutlich älter als Du. Warum bringst Du Dich so stark bei uns ein?

Wir alle kennen Menschen, die sich vielleicht nicht so einsetzen können. Weil die Zeit fehlt oder es gesundheitlich nicht passt. Für diese Menschen möchte ich etwas zurückgeben.

Und natürlich macht es mir auch Spaß. Der Austausch, die Diskussionen, die Themen, die man setzen kann: Das bereitet mir Freude. Im Bundesjugendvorstand sind wir auch menschlich gut miteinander verbunden.

Wie bist du zum SoVD gekommen?


Mitglied geworden bin ich vor ungefähr zehn Jahren, kurz nach meinem 18. Geburtstag. Damals ging es bei mir um eine Beratung, weil mein Grad der Behinderung zurückgestuft werden sollte. Danach war ich erst einmal eher passives Mitglied.

Irgendwann bekam ich eine Einladung zum Bundesjugendtreffen in Berlin. Ich fand das interessant, war aber unsicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Dann bin ich auf einer Veranstaltung in Nordfriesland auf Sebastian Freese getroffen. Er war damals der Bundesjugendvorsitzende im SoVD, genau genommen mein Vorgänger. Und als wir so ins Gespräch gekommen sind, sagte er: Komm doch mal mit. Das war wichtig. Dort habe ich Kontakte geknüpft – auch zu Leuten, die heute wieder im Vorstand dabei sind.

Was macht ihr aktuell in der SoVD-Jugend?
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Ein wichtiges Format sind unsere Barcamps. Das sind digitale Austauschrunden für junge Mitglieder, meistens 60 bis 90 Minuten am Abend. Dort sprechen wir über Themen, die junge Menschen wirklich betreffen. Wir hatten zum Beispiel schon Runden zum Behindertengleichstellungsgesetz und zur Rente. Weitere Themen wie Wehrdienst, Mobilität, Barrierefreiheit und die Zugänglichkeit des öffentlichen Nahverkehrs sollen folgen.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die SoVD-Jugend?

Ganz klar bei der Ansprache. Viele junge Menschen sind über Familienmitgliedschaften im Verband, wissen davon aber vielleicht gar nichts. Deshalb müssen wir mehr in die sozialen Medien gehen und direkter mit jungen Leuten sprechen.

Außerdem müssen wir überlegen, wie niedrigschwellig unsere Angebote sind. Junge Menschen sind ja nicht weniger engagiert – sie engagieren sich nur oft anders. Nicht jeder möchte sich gleich für mehrere Jahre in einem Vorstand binden.

Und vor Ort?

Wir müssen die Jugendlichen in den Kreis- und Ortsverbänden stärker mitdenken. Wenn heute niemand nachkommt, ist morgen auch niemand da. Die Jugend von heute sind die Funktionäre von morgen.

Gerade im ländlichen Raum ist das nicht einfach. Viele Veranstaltungen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum erreichbar. Wenn Jugendliche abends nicht hin- und zurückkommen, ist die Hürde natürlich hoch.

Was möchtest du ganz konkret bei der SoVD-Jugend verändern?

Wir müssen politischer werden. Wir dürfen uns nicht zu sehr mit uns selbst beschäftigen, sondern müssen uns in Debatten einmischen. Pflege, Rente, BAföG, Mobilität oder Barrierefreiheit betreffen junge Menschen ebenfalls – nur wird ihre Perspektive oft nicht ausreichend gehört.

Viele wissen auch gar nicht, dass es einen Bundesjugendvorstand gibt. Wir sind nicht nur eine Einzelperson, sondern ein Team.

Deswegen möchten wir einfach besser in der Öffentlichkeitsarbeit werden.
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Christian Schultz

Referent für Sozialpolitik

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Konzept zur Pflegereform liegt vor – SoVD lehnt Kürzungen ab

Konzept zur Pflegereform liegt vor – SoVD lehnt Kürzungen ab

04.06.2026

Der Entwurf von Nina Warken sieht Einsparungen bei Pflegeleistungen, Zuschüssen und bei der Unterstützung von pflegenden Angehörigen vor.

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Angehörige leisten einen Großteil der Pflegearbeit. Auch für sie dürfte sich die Situation verschärfen. pressmaster / Adobe Stock

Die finanzielle Lage der Pflegeversicherung ist angespannt. Die Einnahmen aus den Beiträgen reichen seit Jahren nicht mehr aus, um die steigenden Ausgaben zu decken. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat nun einen Gesetzentwurf für eine umfassende Reform der Pflegeversicherung vorgelegt. Mit dem Maßnahmenpaket sollen die erwarteten Finanzierungslücken der kommenden Jahre geschlossen werden.
Der Entwurf sieht Einsparungen von mehr als 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 vor. Erreicht werden soll dies vor allem durch Leistungskürzungen, strengere Zugangsvoraussetzungen und höhere Beiträge für bestimmte Versichertengruppen.

Kürzungen bei Leistungen und Unterstützung

Geplant ist unter anderem, den Anstieg der Pflegeleistungen künftig zu begrenzen. Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner sollen außerdem später als bisher höhere Zuschüsse zu ihren pflegebedingten Eigenanteilen erhalten. Dadurch müssten Betroffene länger einen größeren Teil der Kosten selbst tragen.

Auch pflegende Angehörige wären von den Reformplänen betroffen. Die Pflegekassen sollen künftig nur noch 70 statt bisher 100 Prozent der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige übernehmen. Der SoVD lehnt diesen Vorschlag entschieden ab.
„Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige wären ein fatales Signal an die Menschen, die die häusliche Pflege jeden Tag aufrechterhalten“, betont die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier.

Entlastungsbetrag könnte abgeschafft werden

Darüber hinaus sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in Pflegegrade und für Höherstufungen verschärft werden. Das bisherige Pflegegeld soll durch ein neues Entlastungsbudget ersetzt werden, das bei neuen Pflegefällen der Pflegegrade 2 und 3 in den ersten drei Monaten nur zur Hälfte ausgezahlt wird.

Für Menschen mit Pflegegrad 1, die zu Hause leben, soll zudem der bisherige Entlastungsbetrag entfallen. Dieser kann bislang beispielsweise für Unterstützung im Haushalt oder bei der Gartenarbeit genutzt werden.
Auch diese Pläne sieht der SoVD kritisch. In einem Fernsehinterview mit dem ZDF erklärte Michaela Engelmeier: „Wenn beim Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag wegfallen soll, ist das keine bessere Versorgung. Das ist eine Kürzung bei Menschen, die Unterstützung brauchen.“

Höhere Beiträge für Versicherte und Arbeitgeber

Neben den Einsparungen sieht die Reform auch zusätzliche Einnahmen vor. So soll die Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro angehoben werden. Dadurch müssten Besserverdienende auf einen größeren Teil ihres Einkommens Pflegeversicherungsbeiträge zahlen.

Erstmals sollen außerdem auch für Minijobs Beiträge zur Pflegeversicherung erhoben werden. Diese sollen vollständig von den Arbeitgebern getragen werden. Für Kinderlose ist eine weitere Anhebung des Beitragszuschlags vorgesehen.
Zusätzlich soll die bislang beitragsfreie Mitversicherung von Ehe- und Lebenspartnern deutlich eingeschränkt werden. Künftig soll sie nur noch für bestimmte Personengruppen gelten, etwa für Rentnerinnen und Rentner, Eltern kleiner Kinder oder pflegende Angehörige.

SoVD fordert solidarische Finanzierung

Der SoVD erkennt den dringenden Reformbedarf in der Pflegeversicherung an. Aus Sicht des Verbandes dürfen die notwendigen Veränderungen jedoch nicht vor allem zulasten der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen und der Versicherten gehen.
Statt weiterer Kürzungen fordert der SoVD Bund und Länder auf, ihrer Verantwortung für gesamtgesellschaftliche Aufgaben stärker nachzukommen. Dazu gehören unter anderem die Finanzierung der Rentenbeiträge pflegender Angehöriger sowie die Übernahme von Investitions- und Ausbildungskosten.

Langfristig kann eine gerechte Finanzierung der Pflege nach Auffassung des SoVD nur durch die Einführung einer solidarischen Pflegeversicherung erreicht werden, in die alle Bürgerinnen und Bürger entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen.

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„Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, ist das Lohn genug“

„Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, ist das Lohn genug“

29.05.2026

Ohne ehrenamtlich Aktive wäre der SoVD in Schleswig-Holstein kaum vorstellbar. Rund 4000 Ehrenamtliche engagieren sich landesweit in etwa 300 Ortsverbänden – so wie Helga Heins im SoVD-Ortsverband Kattendorf-Winsen. Die gebürtige Brokdorferin ist dort seit 2019 Frauensprecherin und kümmert sich mit viel Herzblut um die Gemeinschaft im Dorf. Im Gespräch erzählt sie, warum Ehrenamt für sie schon immer selbstverständlich war, weshalb das Dorfleben manches einfacher macht – und wie sie selbst zum SoVD gekommen ist.

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Frau Heins, warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Irgendwie hat man das einfach so gelernt. Ehrenamt gehörte bei uns immer dazu. Ich kenne das gar nicht anders. Ich bin Gründungsmitglied unseres Theaterclubs, habe mich im Sportverein engagiert und war Elternvertreterin im Kindergarten und in der Grundschule. Irgendwer muss es ja machen – und meistens sind es doch immer die gleichen Leute, die Verantwortung übernehmen.

Und wie sind Sie Frauensprecherin geworden?
Da war tatsächlich mein Mann ausschlaggebend. Er ist selbst Vorsitzender bei uns im Ortsverband und sagte irgendwann: „Keiner will das machen, kannst du das nicht übernehmen?“ Und ich habe gedacht: Warum eigentlich nicht? 2019 wurde ich dann gewählt.

Wie sieht Ihre Aufgabe als Frauensprecherin konkret aus?
Gerade am Anfang bin ich viel durchs Dorf gegangen und habe alleinstehende Frauen angesprochen. Ich wollte einfach signalisieren: Wenn Hilfe gebraucht wird oder jemand mal reden möchte, dann bin ich da. Aber auf dem Dorf funktioniert vieles anders als in der Stadt. Viele Menschen haben Familie oder Nachbarn direkt nebenan. Man kennt sich hier eben.

Hat sich das Dorfleben auch während der Corona-Zeit bemerkbar gemacht?
Ja, auf jeden Fall. Während der Lockdowns haben wir im Vorstand überlegt, was wir für die Mitglieder machen können. Dann kamen wir auf die Idee mit den „Zaungesprächen“. Wir haben Zettel verteilt und angeboten, sich draußen mit Abstand zu unterhalten. Einer aus dem Ort hat mich sogar angerufen und gesagt, was das doch für eine tolle Idee sei. Das hat mich natürlich gefreut.

Was bedeutet Ihnen das Ehrenamt persönlich?
Am schönsten ist es doch, wenn die Leute hinterher sagen: „Das hat mir richtig gutgetan.“ Dieses Gefühl kenne ich auch vom Theater oder von Dorffesten. Wenn Menschen mit einem glücklichen Lächeln nach Hause gehen, dann ist das für mich der größte Lohn.

Wie sind Sie denn selbst zum SoVD gekommen?
Das war 2009. Ich war längere Zeit krankgeschrieben und meine Kur wurde zweimal abgelehnt. Mein Mann meinte dann: „Frag doch mal beim SoVD nach.“ Also bin ich eingetreten. Der damalige Vorsitzende hat sich sofort gekümmert – und innerhalb von drei Wochen hatte ich einen Termin für die Kur. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Sie sind also aus eigener Erfahrung überzeugt vom SoVD?
Ja, absolut. Ich habe damals direkt erlebt, wie hilfreich der Verband sein kann.

Wie entwickelt sich der Ortsverband Kattendorf-Winsen?
Eigentlich ganz gut. Als mein Mann den Ortsverband übernommen hat, gab es ungefähr 155 Mitglieder, inzwischen sind es rund 190. Natürlich gibt es immer wieder Schwankungen, auch durch Sterbefälle. Aber insgesamt sind wir auf einem guten Weg.

Welche Angebote kommen bei den Mitgliedern besonders gut an?
Wir haben zum Beispiel einmal im Jahr ein gemeinsames Frühstück für alle. Dann natürlich die Spielenachmittage, die es einmal pro Monat gibt. Und die Klassiker: Weihnachtsfeier und Grillfest.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Ehrenamts?
Dass sich weiterhin Menschen finden, die Verantwortung übernehmen. Gerade auf dem Dorf lebt vieles davon, dass man sich gegenseitig unterstützt. Und Gemeinschaft entsteht eben nicht von allein – dafür müssen Menschen bereit sein, etwas zu tun.

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Entlastungen beschlossen: Spritpreise sollen um 17 Cent pro Liter sinken

Entlastungen beschlossen: Spritpreise sollen um 17 Cent pro Liter sinken

13.04.2026

Die Regierungsspitzen wollen die Energiesteuer senken. Zudem sollen Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können.

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Hohe Benzinpreise gehören ist Wochen zum Alltag. Nun sollen sie etwas sinken. Foto: zenturio1st / Adobe Stock

Seit knapp sechs Wochen sind die hohen Benzinkosten ein Dauerthema in der politischen Debatte. Da weiterhin nicht absehbar ist, wie sich die Lage im Iran und die Ölpreise entwickeln, ist zunächst keine kurzfristige Entspannung in Sicht.
Nach längeren Debatten über die richtige Antwort auf die Krise hat sich der Koalitionsausschuss nun auf ein Vorgehen geeinigt. Als Ad-hoc-Maßnahme wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zwei Monate lang um 17 Cent pro Liter gesenkt. Bei einer durchschnittlichen Tankfüllung bedeutet das eine Ersparnis zwischen acht und neun Euro. Wann genau der Beschluss in Kraft tritt, steht noch nicht fest.

SoVD: Sicherstellen, dass Steuersenkung ankommt

Der SoVD begrüßt diesen Plan, betont aber zugleich, dass die Steuerentlastung unbedingt an der Zapfsäule ankommen müsse. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier hält dazu fest: „Damit sich die Senkung der Energiesteuer in den Geldbeuteln der Menschen bemerkbar macht, muss sie vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden. Hier braucht es konsequente Kontrollen und klare politische Vorgaben.“

Zudem wird für Arbeitgeber die Möglichkeit geschaffen, ihren Beschäftigten bis Ende des Jahres eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro zu zahlen. Dies erinnert an die Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3.000 Euro, die zwischen Oktober 2022 und Ende 2024 ausgezahlt werden konnte. Der SoVD kritisiert, dass die Verantwortung damit bei den Arbeitgebern liegt und nicht garantiert ist, dass tatsächlich alle Beschäftigten von der Maßnahme profitieren. Michaela Engelmeier sagt dazu: „Die Auszahlung der Prämie hängt allein vom guten Willen und den finanziellen Möglichkeiten der Arbeitgeber ab. Gerade in Branchen mit niedrigen Löhnen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist fraglich, ob diese Unterstützung überhaupt gezahlt werden kann.“

Gezielte Entlastungen für niedrige Einkommen müssen folgen

Vor allem kritisiert der Verband jedoch, dass diejenigen, die von den aktuellen Preissteigerungen am stärksten betroffen sind, gar keine Unterstützung erhalten. Dazu gehören unter anderem die 22 Millionen Rentnerinnen und Rentner im Land sowie Empfänger*innen von Grundsicherung. Bei den jetzt beschlossenen Schritten kann es aus Sicht des SoVD deshalb nicht bleiben. „Wir nehmen die Bundesregierung beim Wort, dass das nur ein erster Auftakt ist. Konkret fordern wir ein bundesweit gültiges Sozialticket sowie gezielte Investitionen in einen verlässlichen, flächendeckenden und barrierefreien öffentlichen Nahverkehr“, so Michaela Engelmeier.


Bei der Bekanntgabe ihrer Beschlüsse bekräftigten die Parteispitzen Friedrich Merz (CDU), Markus Söder (CSU) sowie Lars Klingbeil und Bärbel Bas (beide SPD), dass eine Steuerreform mit dem Ziel der Entlastung mittlerer und kleiner Einkommen 2027 in Kraft treten soll.

Schnelle Umsetzung der Gesundheitsreform angekündigt

Neben den konkreten Plänen stellten sie auch umfassende Reformen in Aussicht. Die Veränderungen im Gesundheitswesen sollen schnellstmöglich in Gesetze überführt und bereits vor der Sommerpause beschlossen werden. Dabei wolle man sich eng an den Empfehlungen der Kommission orientieren. Inwieweit umstrittene Punkte wie etwa die Übernahme der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldempfänger*innen und durch Steuermittel dazugehören, ist noch unklar.

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Bündnis um den SoVD warnt vor Abbau des Sozialstaats

Bündnis um den SoVD warnt vor Abbau des Sozialstaats

10.03.2026

Zusammenschluss von Verbänden, Gewerkschaften und Umweltorganisationen meldet sich mit „20 Millionen Stimmen für einen gerechten Sozialstaat“ zu Wort.

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Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier (re.) gemeinsam mit Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin Deutscher Caritasverband, Verena Graichen, Bundesgeschäftsführerin BUND, Frank Werneke, Vorsitzender ver.di und Verena Bentele, Präsidentin Sozialverband VdK Deutschland (v.l.) bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse auf dem Podium der Budespressekonferenz. Foto: Quang Paasch

Der Sozialstaat steht aktuell unter Druck und muss immer wieder gerechtfertigt werden. Die Bundesregierung hat bereits Verschärfungen bei der Grundsicherung durchgesetzt. In anderen Bereichen wie Rente und Gesundheit tagen noch Kommissionen, die Reformvorschläge unterbreiten sollen. Es ist abzusehen, dass diese Kürzungsvorschläge enthalten werden.
Ein Bündnis um den SoVD betont dagegen die Bedeutung des Sozialstaates für die Gesellschaft. Nur mit einem starken Sozialstaat kann der gesellschaftliche Wandel gestaltet und können Umbrüche abgefedert werden.

Große Mehrheit für starken Sozialstaat

Im Haus der Bundespressekonferenz stellte das Bündnis Sozialstaat aus 14 Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Umweltorganisationen seinen Appell vor. Dabei erläuterten die Beteiligten ihr Anliegen und unterstrichen ihre Hauptziele. Dazu gehören starke, solidarisch finanzierte soziale Sicherungssysteme, ein handlungsfähiger Sozialstaat in Bund, Ländern und Kommunen, gute Arbeit und soziale Absicherung, eine wirksame Bekämpfung von Armut und die Förderung von Teilhabe sowie der Abbau sozialer Ungleichheit. Außerdem fordern die Organisationen, Inklusion voranzutreiben und für alle den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Zudem müssten Klimaschutz und soziale Sicherheit stärker miteinander verbunden werden.

Die Allianz vertritt deutschlandweit 20 Millionen Mitglieder und weiß große Teile der Bevölkerung auf ihrer Seite. Das Bündnis hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov mit einer Umfrage beauftragt, um herauszufinden, wie die Menschen in Deutschland zu Themen wie Sozialstaat, Rente, Pflege, Facharztterminen und Wohnen stehen. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die breite Unterstützung für einen starken Sozialstaat: 79 Prozent der Befragten sagen, dass ein leistungsfähiger Sozialstaat den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

SoVD: Sozialstaat ist Voraussetzung für sozialen Frieden

Für die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier ist deshalb klar: „Wer den Sozialstaat kaputtspart, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und spielt Populisten in die Hände. Denn der Sozialstaat ist eine zentrale Voraussetzung für sozialen Frieden und für das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie. Aber viele Menschen fühlen sich heute nicht mehr gesehen und haben Angst vor sozialem Abstieg. Ich bin überzeugt: Nur ein starker Sozialstaat kann diese Ängste auffangen – weil er Sicherheit, Teilhabe und Perspektiven schafft.“

Während der Sozialstaat in der öffentlichen Debatte oftmals als Kostentreiber dargestellt wird, liegt das eigentliche Problem aus Sicht des SoVD an anderer Stelle. „Die eigentliche Ungerechtigkeit ist doch, dass große Vermögen immer weiter wachsen, während viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Wer den Sozialstaat dauerhaft sichern will, muss deshalb auch dafür sorgen, dass Hochvermögende stärker zum Gemeinwohl beitragen“, betont Michaela Engelmeier.

Kosten fairer verteilen

Für die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier ist deshalb klar: „Wer den Sozialstaat kaputtspart, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und spielt Populisten in die Hände. Denn der Sozialstaat ist eine zentrale Voraussetzung für sozialen Frieden und für das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie. Aber viele Menschen fühlen sich heute nicht mehr gesehen und haben Angst vor sozialem Abstieg. Ich bin überzeugt: Nur ein starker Sozialstaat kann diese Ängste auffangen – weil er Sicherheit, Teilhabe und Perspektiven schafft.“

Während der Sozialstaat in der öffentlichen Debatte oftmals als Kostentreiber dargestellt wird, liegt das eigentliche Problem aus Sicht des SoVD an anderer Stelle. „Die eigentliche Ungerechtigkeit ist doch, dass große Vermögen immer weiter wachsen, während viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Wer den Sozialstaat dauerhaft sichern will, muss deshalb auch dafür sorgen, dass Hochvermögende stärker zum Gemeinwohl beitragen“, betont Michaela Engelmeier.

Die kompletten Umfrageergebnisse sind hier veröffentlicht.

Video zum Sozialstaatsbündnis

Auch die Hinzuverdienstgrenze bei der Rente wegen Erwerbsminderung steigt 2023 deutlich an.

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Beim Ehrenamt im SoVD kann ich selbst gestalten

Beim Ehrenamt im SoVD kann ich selbst gestalten

02.02.2026

Der SoVD Schleswig-Holstein lebt vom Ehrenamt. In unseren über 300 Ortsverbänden läuft alles ohne hauptamtliche Strukturen – deswegen sind wir dankbar für Menschen wie Sylvia Böttcher. Sie ist seit mehreren Jahren die Frauensprecherin im Kreisverband Ostholstein.  

Sylvia Böttcher aus Neustadt engagiert sich ehrenamtlich für den SoVD.

Hallo Frau Böttcher, Sie sind jetzt seit vier Jahren auf Kreisebene im SoVD aktiv. Was genau gefällt Ihnen an Ihrem Ehrenamt?

Als ich vor einigen Jahren im Berufsleben kürzer getreten bin und sozusagen die Rente vor Augen hatte, habe ich mich ganz bewusst mit der Frage beschäftigt: Was willst Du dann mit Deiner Zeit machen? Mir war klar, dass ich mich ehrenamtlich einbringen will. Über Bekannte habe ich dann vom SoVD erfahren.

Warum haben Sie sich dann für uns entschieden?

Ich war ja zunächst Frauensprecherin im Ortsverband Neustadt. Das Schöne ist, ich kann im SoVD viel selbst gestalten. Das liegt mir sehr, und das mache ich auch gern. Außerdem bin ich ganz gut darin, andere Leute zusammenzubringen, damit man sich vernetzen kann. Das kommt mir bei meiner Arbeit als Kreisfrauensprecherin natürlich sehr entgegen.

Und Sie waren dann zunächst im Ortsverband aktiv?

Ja, genau – seit 2018. Hier habe ich unter anderem einen monatlichen Frauentreff ins Leben gerufen. Der läuft immer noch, auch mit meiner Nachfolgerin.

Und nun sind Sie als Frauensprecherin für den Kreis Ostholstein zuständig?

Ja, am Anfang wurde auf der Kreistagung eine Stellvertreterin für die damalige Frauensprecherin gesucht. Das konnte ich mir gut vorstellen, weil man da erst einmal mitlaufen und gucken kann. Als die erste Frauensprecherin dann jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hat, habe ich das Amt übernommen.

Wie kann man sich Ihre Arbeit als Kreisfrauensprecherin vorstellen?

Es geht vor allem ums Vernetzen. Ich bringe die Frauensprecherinnen aus den Ortsverbänden zusammen, damit wir uns austauschen können. Wenn etwas gut in einem Ort geklappt hat, dann das ja auch woanders funktionieren.

Leider müssen wir uns jedoch manchmal auch gegenseitig aufbauen – denn die Frauenarbeit wird von einigen im SoVD immer noch etwas belächelt.

Im Ernst? Und wie äußert sich das?

Wir haben zwar ein Budget für die Frauenarbeit. Teilweise ist es aber nicht immer und überall ganz einfach, Veranstaltungen über diese Gelder auszurichten. Das finde ich sehr schade, zumal sich der Verband doch ganz explizit die Frauenarbeit auf die Fahne geschrieben hat.

Und wie läuft die Frauenarbeit in den Ortsverbänden?

Wir haben sehr engagierte Damen in den Ortsverbänden, die meisten sind sehr aktiv und wollen etwas auf die Beine stellen. Einige sind noch nicht so lange dabei und benötigen manchmal Unterstützung – da helfen wir uns dann gegenseitig. Zum Equal Pay Day stehen wir zum Beispiel gemeinsam in der Fußgängerzone hier in Neustadt.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie zum SoVD, wenn Sie „nach draußen“ gehen?

Das ist alles sehr positiv. Die Leute erkennen mich mittlerweile als Vertreterin des Verbands. Ich versuche auch, jede Gelegenheit zu nutzen, den SoVD in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Zum Beispiel mit Vorträgen zu unserer politischen Arbeit. Man wundert sich, wie viele Leute noch nichts vom Sozialverband gehört haben – auch bei den älteren Semestern.

Gibt es denn ein Ereignis aus Ihrem Ehrenamt, das Sie besonders berührt hat?

Ja, auf jeden Fall. Das war unser Grifffest hier bei uns im Garten mit Frauen und Kindern aus der Ukraine. Es gab schon vorher eine Gruppe, in der wir uns ausgetauscht haben, um den Frauen den Einstieg hier in Deutschland zu erleichtern. Irgendwann entstand die Idee für das Grillfest. Bis in den späten Abend haben wir gemeinsam zu ukrainischer Musik getanzt. Das war ein ganz besonderes Erlebnis.

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Der SoVD Schleswig-Holstein erstreitet für seine Mitglieder 15 Millionen Euro

Der SoVD Schleswig-Holstein erstreitet für seine Mitglieder 15 Millionen Euro

23.01.2026

Bornhalm

Der SoVD kämpft entschlossen für die Interessen seiner fast 180.000 Mitglieder in Schleswig-Holstein und setzt berechtigte Ansprüche durch – wenn nötig auch vor Gericht. Traditionell zieht der Verband anlässlich seines Neujahrsempfang Bilanz. Am Donnerstag, 22. Januar 2026, präsentierte der Landesvorsitzende Alfred Bornhalm in der Kieler Wunderino Arena beeindruckende Zahlen: Im vergangenen Jahr hat der SoVD 14.908.326 Euro an Einmalzahlungen und 3.056.766 Euro an laufenden Zahlungen für seine Mitglieder erkämpft.

Mehr als 1000 Verfahren wurden neu angelegt, es laufen mehr als 5.500 Antragsverfahren und knapp 5.000 Widersprüche wurden neu eingelegt. „Nur weil wir hier im Norden eine so große und starke Gemeinschaft sind, können wir diese Arbeit für unsere Mitglieder leisten“, betonte Bornhalm. Er machte aber auch deutlich, dass die hohen Summen zeigten, dass in unserem Sozialstaat vieles im Argen liegt: „Es handelt sich um berechtigte Ansprüche unserer Mitglieder, die aber ohne unser Zutun nicht gezahlt worden wären. Hinter jedem Widerspruch und jeder Klage stehen Menschen, die ohne dieses Geld zum Teil in existenzielle Nöte geraten würden.“ Auch im Jahr 2026 wird sich der größte Verband im Norden mit vereinten Kräften dafür einsetzen, dass die Menschen zu ihrem Recht kommen – Gemeinschaft wirkt!

Foto: Julia Petersen

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Enttäuschende Ergebnisse der Pflegekommission

Enttäuschende Ergebnisse der Pflegekommission

12.12.2025

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Konkrete Reformvorhaben sind darin kaum enthalten.

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Bei der Pflege – ob zu Hause oder im Heim – gibt es großen Reformbedarf. Die Vorschläge der Kommission sind dagegen wenig ambitioniert. Foto: Halfpoint / Adobe Stock

Kleinteilige Vorschläge, ein wenig Prinzip Hoffnung, aber kaum Ansätze für eine dauerhafte Lösung der Krise im Pflegesystem: So lassen sich die Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Finanzierung der Pflegeversicherung zusammenfassen.
In ihrem Abschlusspapier verweist die Kommission vor allem auf mögliche Effizienzgewinne bei der Anerkennung von Pflegegraden und eine bessere Vorsorge, die zu weniger Pflegebedürftigkeit führen soll.

SoVD: Nachhaltige Reformen und Investitionen in die Pflege

Vorschläge zur Reduzierung der Eigenanteile bei der stationären Pflege, die im Durchschnitt bei über 3.000 Euro im Monat liegen, gibt es dagegen nicht. Wenig Änderungsbedarf sieht die Kommission auch bei der generellen Ausgestaltung der Pflegeversicherung. Diese soll weiterhin eine Teilversicherung bleiben, die nicht alle Leistungen übernimmt. Der Weg hin zu einer Pflegevollversicherung, wie der SoVD sie fordert, bleibt damit weiterhin verbaut.

Der SoVD kritisiert die wenig ambitionierten Vorschläge der Arbeitsgruppe. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier stellt dazu fest: „Die Ergebnisse der Kommission sind das Spiegelbild des engen Korsetts an beschränkenden Vorgaben der Bundesregierung für die Kommissionsarbeit. Viele der Vorschläge bedeuten zwar kleine Stellschräubchen, die sicher in Summe einen gewissen Effekt haben werden. Was wir jetzt aber wirklich brauchen, sind echte und nachhaltige Reformen in der Pflege. Das erfordert Investitionen in die pflegerische Zukunft.“

Große Mehrheit für Pflegevollversicherung

Basierend auf den Vorschlägen soll eine Pflegereform erarbeitet und noch 2026 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden. Für den SoVD ist klar, dass diese nötig ist, es aber größere Lösungen braucht. Wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbandes ergab, fürchten zwei Drittel der Befragten, im Pflegefall schlecht versorgt zu sein. Etwa 80 Prozent kritisieren außerdem fehlende staatliche Unterstützung für pflegende Angehörige.

Ebenfalls 80 Prozent sprechen sich für die Einführung einer solidarischen Bürgervollversicherung aus. In diese würden auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige einzahlen. Zugleich übernähme sie einen deutlich höheren Anteil der Pflegekosten als die aktuelle Teilversicherung. „Die Bundesregierung muss jetzt den Mut haben, im nächsten Schritt die Pflege solidarisch und gerecht auszugestalten“, fordert Michaela Engelmeier die Politik auf.

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